SCHUTZ & SICHERHEIT

WALD UND SEINE SCHUTZFUNKTION:

  • Ein Schutzwald übernimmt die Aufgabe, vor Schäden zu schützen. Dabei kommt es auf die Art und das Ausmaß des Schutzes an.
  • Ein Standortschutzwald übernimmt die Schutzfunktion innerhalb einer bestimmten Waldfunktionsfläche.
  • Der Objektschutzwald schützt Menschen, Siedlungen oder kultivierte Böden vor Elementargefahren oder schädigenden Umwelteinflüssen.
  • Ein Bannwald ist ein Objektschutzwald mit Objektschutzwirkung, Schadenswirkung oder militärischer Tarnwirkung. Hierfür sind besondere Maßnahmen vorgesehen, für die die Begünstigten anfallende Kosten zu übernehmen haben.

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LAWINENSCHUTZ:

Ein Bergwald ist die beste und kostengünstigste Möglichkeit, um das Anreißen von Lawinen zu vermeiden. Dichte Wälder schützen zwar vor Lawinen, wenn aber der Jungwuchs fehlt, wie es heute verbreitet vorkommt, brauchen sie nach einem Lawinenauftreten sehr lange, um wieder ihre ursprüngliche Schutzfunktion zu erreichen.

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VORTEILE:

  • Der Wald fängt große Mengen an Neuschnee in den Baumkronen auf, wo er verdunstet oder später in Form von Schneeklumpen in die Schneedecke übergeht. Das macht die Schneedecke weniger gefährlich.
  • Innerhalb des Waldes ist die Windgeschwindigkeit reduziert, also können keine großflächigen Schneewehungen entstehen.
  • Ohne das extreme Freiluftklima gibt es nachts geringere Abstrahlungen, wodurch weniger Oberflächenreif entsteht, der für Lawinen eine ausgezeichnete Gleitschicht bildet. Zusätzlich gibt es im Wald geringere Temperaturunterschiede, wodurch kein instabiler Schwimmschnee gebildet werden kann.
  • Unterstützend helfen Baumstämme, Wurzelstöcke und liegende Bäume die Schneedecke zu stabilisieren.

HOCHWASSER:

Der Waldboden spielt bei Hochwasser eine entscheidende Rolle, denn er ermöglicht den Rückhalt des Niederschlagwassers am Ort des Geschehens. Die Effizienz des Hochwasserrückhalts hängt allerdings von der natürlichen Gegebenheit des Waldes ab. Dazu zählen, neben klimatischen Bedingungen und topografischen Situationen, geologische Bedingungen und Bodeneigenschaften des Waldes. Der Abfluss des Wassers lässt sich so lange verzögern, wie der Boden noch Wasser im Hohlraumsystem seiner Wurzeln speichern kann. Je intensiver die Durchwurzelung ist, desto höher ist die Schutzwirkung und umso größer ist der Wasserspeicher.

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STEINSCHLAG:

Der Wald ist als System zu betrachten, in dem die aufschlagenden Kräfte eines Steinschlags vom Stamm aus auch auf die Baumkrone und die Wurzeln übertragen werden. Das Boden-Wurzel-System absorbiert etwa ein Drittel dieser Energie, die restliche Energie wird beim Aufprall auf das Baumholz aufgefangen. Anhand von Untersuchungen wurde eine Gleichung erstellt, mit der sich das Energie-Aufnahmevermögen eines Baumes in Abhängigkeit seiner Dicke und Höhe sowie der Höhe und des Winkels bestimmen lässt, in dem der Stein auf den Baum prallt. Man entdeckte, dass Laubbäume im Vergleich zu Nadelbäumen sogar in der Lage sind, fast doppelt so viel Energie aufzunehmen. Den besten Schutz vor Steinschlag bietet demnach ein wohlstrukturierter Bergmischwald.

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